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PayPal kehrt zu seinem technologischen Selbstverständnis zurück – mit KI im Mittelpunkt

Obwohl die PayPal-Aktie zu kämpfen hat und Entlassungen drohen, richtet das Unternehmen seinen Blick auf die Zukunft. Während der Telefonkonferenz zum Ergebnis des ersten Quartals erklärte CEO Enrique Lores den Investoren, PayPal müsse sich „wieder auf die Grundlagen besinnen“, wozu auch gehöre, „wieder ein Technologieunternehmen zu werden“.
Dabei gab es keinen Grund für Umschweife – PayPal setzt ganz klar auf eine durch KI getriebene Trendwende.
Lores brachte es auf den Punkt und erklärte den Analysten bei der Telefonkonferenz in dieser Woche, dass sich führende Unternehmen durch Innovation von der Konkurrenz abheben und es nun an der Zeit sei, dass PayPal handelt. Das bedeute, die Technologieplattform zu modernisieren, den Wandel hin zu einer „Cloud-nativen“ Architektur zu beschleunigen und „KI aggressiv in unsere Entwicklungsprozesse zu integrieren“, so Lores. Er fügte hinzu, dass dies die Produktivität der Entwickler steigern und die Markteinführungszeit verkürzen werde.
Es ist ein aufschlussreiches Eingeständnis von PayPal, dass das Unternehmen KI intern noch nicht vollständig integriert hat – insbesondere angesichts der Tatsache, dass KI-gestütztes Programmieren einer der herausragenden Bereiche ist, in denen sich die Technologie wirklich bewährt hat.
Andere Unternehmen der Verbrauchertechnologiebranche haben KI in den letzten Monaten rasch für die Programmierung eingeführt – Spotify erklärte im Februar sogar, dass seine Spitzenentwickler seit Dezember keine einzige Zeile Code mehr geschrieben hätten. Unterdessen versuchen führende Entwicklungsteams, sich gegenseitig beim „Tokenmaxxing“ zu übertrumpfen, einem Maßstab, der anhand der Anzahl der verwendeten KI-Token misst, wie oft Mitarbeiter mit KI experimentieren.
PayPal scheint hier Aufholbedarf zu haben.
Lores erklärte, das Unternehmen habe ein neues Team für „KI-Transformation und -Vereinfachung“ ins Leben gerufen, um seine Unternehmensstrategie im Bereich KI voranzutreiben. In Verbindung mit geplanten Entlassungen – die Lores als „Abbau von Hierarchieebenen in der Organisationsstruktur von PayPal“ bezeichnete – werde die Integration KI-gestützter Prozesse in den nächsten zwei bis drei Jahren voraussichtlich Kosteneinsparungen in Höhe von mindestens 1,5 Milliarden US-Dollar generieren, merkte er an.
Letzte Woche kündigte das Unternehmen eine Umstrukturierung an, bei der der Geschäftsbetrieb in drei Segmente gestrafft wird: Checkout-Lösungen und PayPal, Finanzdienstleistungen für Privatkunden (einschließlich Venmo) sowie Zahlungsdienste und Kryptowährungen. Zudem berichtete Bloomberg am Dienstag, dass PayPal im Rahmen seines Kosteneinsparungsplans plant, in den nächsten zwei bis drei Jahren rund 20 % seiner Belegschaft abzubauen, was mehr als 4.500 Arbeitsplätzen entspricht.
Weitere Einsparungen sollen sich aus den Plänen von PayPal ergeben, KI über den Bereich der Programmierung hinaus einzusetzen, erklärten Führungskräfte während der Telefonkonferenz. Dazu gehören unter anderem Bereiche wie Kundenservice, Support und Risikomanagement.
„Ich glaube, dass die Veränderungen, die uns KI ermöglichen wird, sehr bedeutend sein werden“, sagte Lores. „Deshalb haben wir letzte Woche eine Gruppe ins Leben gerufen, die mir direkt unterstellt ist und die dafür verantwortlich sein wird, diese KI-Transformation voranzutreiben – Funktion für Funktion, Prozess für Prozess. Es geht nicht nur darum, KI als Technologie einzuführen; wir haben viele Pilotprojekte durchgeführt und gesehen, was möglich ist. Es geht vielmehr darum, zu verstehen, wie wir Schlüsselprozesse neu gestalten können – das ist es, was unserer Erfahrung nach wirklich zu erheblichen Einsparungen führen wird.“
Die Ankündigung einer KI-getriebenen Kostensenkungsinitiative, die gleichzeitig den Abbau von Tausenden von Arbeitsplätzen beinhaltet, unterstreicht einen zentralen Kritikpunkt an der Technologie: Sie ist mit menschlichen Opfern verbunden.
Es ist erwähnenswert, dass PayPal bereits einer Umstrukturierung bedurfte. Zwar übertraf das Unternehmen mit einem Umsatz von 8,4 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 7 % gegenüber dem Vorjahr – die Gewinnerwartungen für das erste Quartal, gab jedoch eine schwache Prognose für das zweite Quartal ab, woraufhin die Aktie einbrach. Dies folgt auf einen langen Rückgang nach der Pandemie, der die Aktie um mehr als 80 % gegenüber ihrem Höchststand von 2021 nach unten gedrückt und das Wachstum von PayPal gebremst hat.
Auf die Frage, ob die Ausgliederung von Venmo in ein eigenständiges Unternehmen bedeute, dass das Unternehmen es verkaufen könnte, antwortete Lores, dass diese Struktur derzeit für den Sanierungsplan am sinnvollsten sei. Dennoch signalisierte er Offenheit für zukünftige Transaktionen, indem er einem Analysten sagte: „Meine oberste Priorität ist es, den Shareholder Value zu maximieren.“
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