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Die BuzzFeed-KI-App patzt bei der Vorstellung auf der SXSW und behindert damit die Bemühungen um eine Neupositionierung

Auf der jüngsten SXSW-Konferenz stellte BuzzFeed, einst ein Gigant der digitalen Medien, zwei KI-native Apps seiner neuen Tochtergesellschaft Branch Office vor. Die Vorführung verfehlte jedoch ihre Wirkung, ließ das Publikum ratlos zurück und ließ ernsthafte Zweifel an der aggressiven „KI-first“-Strategie des Unternehmens aufkommen.
Berichte vor Ort deuteten darauf hin, dass beide Produkte das Ziel verfehlten, echte Nutzerprobleme zu lösen:
Conjure: Eine App, die mit einem BeReal-Klon verglichen wird. Sie sendet den Nutzern täglich „Opfer-Aufrufe“ und fordert sie auf, bestimmte alltägliche Dinge (wie den Himmel) zu fotografieren. Das System sammelt diese Fotos ohne weitere Erklärung oder Zweck. Die Demo endete mit einer unangenehmen Stille, gefolgt von verlegenem Gelächter aus dem Publikum.
BF Island: Eine Gruppenchat-App, die auf einem KI-Bildbearbeitungsprogramm basiert. Ihr Hauptverkaufsargument ist die Nutzung von KI zur Erzeugung von Memes und fragmentierten Inhalten in Echtzeit, mit dem Ziel, eine junge Zielgruppe mit einem „Cyber-Trash-Generator“-Flair anzusprechen. Kritiker bemängelten den Mangel an origineller Produktlogik.
Dieser Start folgt auf eine Phase intensiver Prüfung. Erst letzte Woche äußerte BuzzFeed in seinen Finanzberichten „erhebliche Zweifel“ an seiner Fähigkeit, den Geschäftsbetrieb fortzuführen. Trotz des Versprechens von CEO Jonah Peretti vor drei Jahren, voll auf KI zu setzen, sind die Ergebnisse ernüchternd:
Das Unternehmen ist hoch verschuldet und rechnet für 2025 mit einem Nettoverlust von 57,3 Millionen Dollar. Um den KI-Umstieg zu finanzieren, schloss es seine mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Nachrichtenredaktion und ersetzte sie durch KI-generierte Inhalte, die von Lesern als „minderwertiger Müll“ verspottet wurden.
Angesichts der Kritik brachte Peretti eine kryptische Verteidigung vor. Er argumentierte, dass in einer von KI geprägten Landschaft der Inhalt selbst nicht mehr den Kernwert darstelle; stattdessen liege der Wert in Gemeinschaft, Kultur und Geschmack. Doch die verhaltene Resonanz auf diese Apps deutet darauf hin, dass der Einsatz von KI ohne eine überzeugende Kernvision das Vertrauen oder die Loyalität der Nutzer nicht gewinnen kann.
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