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OpenAI kritisiert KI-Benchmark scharf: Fast ein Drittel der Fragen ist fehlerhaft, die Erfolgsquote stieg innerhalb von acht Monaten auf 80 %
OpenAI hat in einem Blogbeitrag den branchenweit führenden Benchmark „SWE-Bench Pro“ öffentlich in Frage gestellt und behauptet, dass etwa 30 % der 731 öffentlich zugänglichen Testaufgaben Bewertungsfehler enthalten. SWE-Bench Pro wurde von Scale AI entwickelt und dient dazu, die Programmierfähigkeiten großer Sprachmodelle und KI-Agenten zu bewerten. Da es die reale Unternehmensentwicklung genau widerspiegelt und strenge Maßnahmen gegen Betrug durchsetzt, hat es sich zu einem weithin anerkannten Benchmark im Bereich der KI-Softwareentwicklung entwickelt.

OpenAI hebt in dem Blogbeitrag ein entscheidendes Signal hervor: Die Erfolgsquote der Spitzenmodelle bei diesem Benchmark stieg innerhalb von nur acht Monaten von 23,3 % auf 80,3 %. Ein derart rascher Fortschritt erscheint verdächtig, und OpenAI argumentiert, dass der Benchmark die tatsächlichen Softwareentwicklungsfähigkeiten eines Modells in der Praxis nicht mehr genau messen kann. Das Problem ist wahrscheinlich auf Mängel in der Bewertung selbst zurückzuführen und nicht auf einen echten Sprung in der Leistungsfähigkeit der Modelle.
Zwei gegenseitig validierte Überprüfungsverfahren zeigen, dass fast 30 % der Aufgaben als „unqualifiziert“ eingestuft werden.
Um dies zu überprüfen, leitete OpenAI zwei parallele Überprüfungsprozesse ein. Die Datenpunktanalyse deckte 200 fehlgeschlagene Aufgaben auf, was 27,4 % der 731 öffentlichen Aufgaben entspricht. Die manuelle Annotation identifizierte hingegen 249 fehlgeschlagene Aufgaben, also 34,1 %. Durch den Abgleich beider Methoden schätzt OpenAI, dass etwa 30 % der SWE-Bench-Pro-Aufgaben Fehler enthalten, die sich in vier Kategorien einteilen lassen: zu strenge Tests, unzureichende Eingabeaufforderungen, zu enge Testabdeckung und irreführende Eingabeaufforderungen.
OpenAI führte zudem ein typisches Beispiel an: Eine Aufgabe verlangte bei der Konvertierung von Inhalten in Markdown ein einzelnes Leerzeichen am Zeilenanfang, doch der versteckte Test erwartete zwei Leerzeichen. Infolgedessen würde das Modell selbst dann als falsch gewertet werden, wenn es die angegebene Anforderung erfüllte. Diese Diskrepanz zwischen expliziten Anweisungen und versteckten Anforderungen verzerrt direkt die Bewertung der tatsächlichen Leistungsfähigkeit eines Modells und erklärt den unangemessenen Anstieg der Bestehensquoten.
Rücknahme der Anwendungsempfehlung und Forderung nach einer Neugestaltung des KI-Bewertungssystems
Aufgrund dieser Analyse hat OpenAI seine frühere Empfehlung zur Nutzung von SWE-Bench Pro offiziell zurückgezogen. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass zukünftige Benchmarks von erfahrenen Softwareentwicklern speziell für die KI-Bewertung erstellt werden sollten, anstatt Testlogik, die für menschliche Entwickler konzipiert wurde, umzufunktionieren. Wenn ein Branchen-Benchmark bei fast 30 % seiner Aufgaben Mängel aufweist, wird die Glaubwürdigkeit des gesamten KI-Bewertungssystems in Frage gestellt. Die Verlagerung des Fokus von Wettbewerben, bei denen es um das Erreichen hoher Punktzahlen geht, hin zu einer echten Bewertung der technischen Fähigkeiten könnte der nächste entscheidende Schritt bei der Bewertung von KI-Software sein.
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