Pinterest stellt seine experimentelle KI-Shopping-App „Ask Pinterest“ vor
Pinterest hat am Mittwoch eine experimentelle App namens „Ask Pinterest“ vorgestellt, mit der ein dialogorientiertes Einkaufs- und Produktentdeckungserlebnis erprobt werden soll, das später möglicherweise in die Hauptplattform von Pinterest integriert wird. Das Unternehmen kündigte außerdem weitere KI-Initiativen an, darunter das „Pinterest Model Context Protocol“ (MCP) für Werbetreibende, die Kampagnen auf der Plattform verwalten, sowie weitere KI-gestützte Werbetools.
Diese Ankündigung erfolgt kurz vor der jährlichen Cannes-Lions-Veranstaltung der Adtech-Branche, bei der es in diesem Jahr darum geht, wie KI die Bedürfnisse von Werbetreibenden und Marketingfachleuten erfüllen kann.
Die Webanwendung „Ask Pinterest“ bietet dem Unternehmen eine weitere Möglichkeit, seinen „Taste Graph“ zu nutzen – ein internes Datensystem, das einzelne Nutzer ihren Interessen und ästhetischen Vorlieben zuordnet. Das Unternehmen wies darauf hin, dass die Anwendung zunächst nur mit eingeschränktem Zugriff verfügbar sein wird.
Diese KI-gestützte Erfahrung zielt darauf ab, die für Pinterest charakteristische visuelle Entdeckung über die Haupt-App hinaus auf eine dialogorientierte, Chatbot-ähnliche Oberfläche auszuweiten, in der Nutzer Fragen in natürlicher Sprache stellen können, um personalisiertere Empfehlungen und Inspiration zu erhalten.
Diese Einführung erfolgt zudem zu einer Zeit, in der KI-Chatbots zunehmend mit traditionellen Suchmaschinen um die Aufmerksamkeit der Verbraucher konkurrieren. Google setzt bereits KI ein, um Online-Käufer bei der Produktsuche, der Preisverfolgung und dem Bezahlvorgang zu unterstützen. In ähnlicher Weise hat ChatGPT gemeinsam mit Meta, Shopify und anderen Anbietern mit „agentenbasiertem Einkaufen“ experimentiert.
Anstatt sich zu einer Quelle für Produktempfehlungen zu entwickeln, die andere KI-Dienste im Rahmen von Lizenzen nutzen könnten, hat sich Pinterest in erster Linie darauf konzentriert, seine eigenen Daten zum Trainieren von KI-Modellen und zur Weiterentwicklung seiner KI-Produkte zu nutzen.

Bildnachweis: Pinterest
Darüber hinaus kann das Unternehmen durch die Umwandlung von „Ask Pinterest“ in eine eigenständige App mit der Technologie experimentieren, ohne das Kern-Erlebnis von Pinterest zu beeinträchtigen.
Das Unternehmen erklärt, dass „Ask Pinterest“ komplexere oder mehrstufige Anfragen bearbeiten kann, die nicht in die herkömmliche Pinterest-Suche passen. Beispielsweise könnten Nutzer die App um Hilfe bei der Planung einer Dinnerparty oder der schrittweisen Einrichtung eines Zimmers bitten. Laut Pinterest geht es darum, zu testen und zu erforschen, wie KI das Einkaufserlebnis besser unterstützen kann, während der Nutzerkontext über mehrere Sitzungen hinweg erhalten bleibt.
„Ask Pinterest“ kann zudem die gespeicherten Pins und Pinnwände der Nutzer nutzen, um seine Antworten zu personalisieren.
Das Unternehmen ist überzeugt, dass diese Erkenntnisse Pinterest im Laufe der Zeit dabei helfen werden, weitere KI-gestützte Funktionen für seine Flaggschiff-App zu entwickeln.

Bildnachweis: Pinterest
Die neue App von Pinterest wurde zusammen mit Updates für Werbetreibende angekündigt, darunter die Einführung eines KI-Assistenten (der sich noch in der Beta-Phase befindet) im Ads Manager in den Vereinigten Staaten.
Zudem wurde weltweit ein neues KI-Modell namens „Performance+ Creative“ eingeführt, das Werbetreibenden dabei helfen soll, aus verschiedenen Anzeigenmotiven dasjenige auszuwählen, das bei jeder Anzeigenauslieferung voraussichtlich die beste Leistung erbringt. Darüber hinaus wird die von Pinterest angekündigte MCP-Infrastrukturschicht es Werbetreibenden ermöglichen, ihre Kampagnen mithilfe anderer agentischer Tools von Drittanbietern auf standardisierte Weise zu verwalten und zu überwachen.
Bei der Bekanntgabe dieser Neuigkeiten hob Lee Brown, Chief Business Officer bei Pinterest, den Wandel in der Websuche hervor und merkte an: „Die Zukunft der Entdeckung wird nicht allein von Suchbegriffen bestimmt werden. Sie wird von Kontext, Geschmack und vertrauenswürdigen Empfehlungen geprägt sein“ – ein Bereich, in dem Pinterest nach Brown eigenen Angaben einen „einzigartigen Vorteil“ habe.
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Bildnachweis: Pinterest
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Bildnachweis: Pinterest
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