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Interner Brief von OpenAI: Anthropic hat seinen Umsatz um 8 Milliarden Dollar zu hoch angegeben – liegt aber immer noch unter dem von OpenAI

Ein durchgesickertes vierseitiges internes Memo von Denice Drescher, Chief Revenue Officer bei OpenAI, das Readhub Berichten zufolge erhalten hat, stellt die kürzlich vom Konkurrenten Anthropic veröffentlichten Umsatzzahlen scharf in Frage, bezeichnet sie als „stark überhöht“ und behauptet, dass die Produkte von Anthropic im Wettbewerb auf Plattformebene nicht bestehen können.
Der Kernstreit: Finanzielle Tricks hinter der 30-Milliarden-Dollar-Zahl
Vor einer Woche gab Anthropic bekannt, dass sein annualisierter Umsatz 30 Milliarden Dollar erreicht habe und damit OpenAI scheinbar auf einen Schlag überholt habe. In dem Memo wird jedoch behauptet, diese Zahlen seien überhöht:
Statistische Unterschiede: OpenAI wirft Anthropic vor, bei der Umsatzaufteilung mit Cloud-Anbietern die „Bruttomethode“ anzuwenden und so seinen Umsatz um 8 Milliarden Dollar aufzublähen.
Das wahre Ranking: Bei einer Neuberechnung nach der für börsennotierte Unternehmen üblichen „Netto-Methode“ läge der tatsächliche annualisierte Umsatz von Anthropic bei etwa 22 Milliarden Dollar – immer noch unter den 25 Milliarden Dollar von OpenAI .
Rechenengpass: Dem Memo zufolge war Anthropic nicht in der Lage, ausreichende Rechenkapazitäten zu sichern, was im praktischen Einsatz zu einer unterdurchschnittlichen Benutzererfahrung bei seinem Flaggschiff-Modell „Claude“ führte.
Strategischer Kampf: Ein Nischen-Entwicklertool gegen eine Unternehmensplattform
Über die finanziellen Vorwürfe hinaus kritisierte OpenAI die gesamte Produktstrategie von Anthropic:
Produktspezialisierung: OpenAI kritisierte Anthropic dafür, sich zu sehr auf Programmieranwendungen zu konzentrieren – eine solche Spezialisierung sei zwar technisch fundiert, erschwere es jedoch, den breiteren Plattformwettkampf zu gewinnen.
Systemaufbau: OpenAI präsentiert sich als Entwickler eines umfassenden KI-Ökosystems für Unternehmen, das sich der „Demokratisierung der KI“ verschrieben hat, und nicht nur als Anbieter eines Einzweck-Tools.
Talentakquise: Am selben Tag gab OpenAI bekannt, das Unternehmen Hiro Finance, einen Entwickler von KI-Finanz-Apps, übernommen zu haben. Dieser Schritt wird als gezielte „Lernmaßnahme“ angesehen – durch die Einbindung von Finanzfachkräften zur Stärkung seiner Präsenz in Lifestyle- und professionellen Anwendungsfällen zielt OpenAI darauf ab, dem vertikalen Vorstoß von Anthropic entgegenzuwirken.
Branchenperspektive: Die Unsicherheit hinter einer Bewertung von 85,2 Milliarden US-Dollar
Hinter dem öffentlichen Schlagabtausch verbirgt sich die wachsende Vorsicht des Kapitalmarkts hinsichtlich der KI-Blase:
Bewertungsabschlag: Obwohl die Bewertung von OpenAI 85,2 Milliarden US-Dollar erreicht hat, stehen Investoren der strategischen Neuausrichtung und der Echtheit der Umsätze zunehmend skeptisch gegenüber.
Markttrends: Im Gegensatz dazu wurden Anthropic -Aktien auf dem Sekundärmarkt eifrig gekauft, während OpenAI -Aktien weitgehend ignoriert wurden – eine Dynamik, die den aggressiven Ton dieses internen Memos erklären könnte.
Fazit: Die Modellkrise hinter dem Umsatzwettlauf
Dass OpenAI ein internes Memo durchsickern lässt, um die Glaubwürdigkeit eines Konkurrenten zu untergraben, zeigt, wie brutal der KI-Wettlauf geworden ist. Für die Nutzer ist die eigentliche Frage nicht, wer höhere Umsätze ausweist – sondern wer in einer Zeit knapper Rechenkapazitäten echte AGI liefern kann, ohne Kompromisse bei der Intelligenz einzugehen oder die Bücher zu frisieren.
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