„Sesame“, ein KI-Startup der Oculus-Gründer, feiert sein Debüt auf iOS
Am Donnerstag stellte Sesame, ein KI-Startup, das von den Gründern von Oculus und weiteren ehemaligen Mitgliedern des Meta-VR-Teams ins Leben gerufen wurde, eine öffentliche Vorschau seiner dialogorientierten KI-Agenten vor, die seit über einem Jahr entwickelt werden. Mit seiner neuen iOS-App definiert Sesame das durch Tools wie ChatGPT populär gewordene Standarderlebnis mit KI-Chatbots neu und sorgt für einen natürlichen Gesprächsfluss, selbst wenn die KI zusätzliche Zeit benötigt, um komplexe Anfragen zu verarbeiten.
In der Ankündigung zur Markteinführung heißt es: „Es besteht ein innerer Konflikt zwischen schnellen Antworten und der Zeit, die man sich nimmt, um durchdachte Antworten zu formulieren. Eine langsamere Antwort ist in der Regel korrekter, kann sich aber unnatürlich anfühlen, wenn sie zu lange auf sich warten lässt.“

Bildnachweis:Sesame
Um dieses Problem zu lösen, hat Sesame schnelle Such- und Abrufsysteme entwickelt, die der KI aktuelle Informationen bereitstellen. Darüber hinaus ermöglicht die Technologie parallele Suchvorgänge, während die KI spricht, und integriert die Ergebnisse in Echtzeit. Dadurch kann die KI menschliche Gesprächsmuster nachahmen, beispielsweise mitten im Satz das Thema wechseln, um neu abgerufene Fakten oder Punkte einzubringen.
Die Anwendung verfügt über vier unterschiedliche KI-Agenten – Maya, Miles, Simone und Charlie –, von denen jeder eine einzigartige Stimme, Persönlichkeit, Perspektive und ein eigenes Gedächtnis besitzt. Maya und Miles waren zuvor in der „Research Preview“ von Sesame verfügbar und zogen laut dem Investor Sequoia innerhalb der ersten Wochen über eine Million Nutzer an. (Zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen gerade eine Serie-B-Finanzierungsrunde in Höhe von 250 Millionen US-Dollar von Sequoia und anderen Investoren abgeschlossen und gleichzeitig sein Beta-Programm gestartet.)

Bildnachweis:Sesame
Während der Beta-Phase hat Sesame Nutzer-Feedback berücksichtigt und Funktionen wie bildgestützte Suchkarten zur Visualisierung von Konzepten, Notizfunktionen zum Festhalten wichtiger Erkenntnisse, einen Textmodus für Situationen, in denen lautes Sprechen unpraktisch ist, sowie Unterstützung für vertiefende Anfragen eingeführt, um auf detailliertere Ergebnisse zuzugreifen. Die App enthält außerdem einen neuen Inkognito-Modus für private Unterhaltungen, der es Agenten ermöglicht, auf früheren Kontext zuzugreifen, ohne Daten im Speicher zu speichern.
Diese App ist jedoch lediglich der erste Schritt in Richtung der umfassenderen Vision von Sesame für KI, die in intelligente Brillen integriert ist – eine Vision, die das Team im Jahr 2027 auf den Markt bringen möchte. Noch vor diesem Meilenstein werden sich die Agenten über reine Konversation hinaus weiterentwickeln; Sesame deutet an, dass sie schließlich in der Lage sein werden, im Namen der Nutzer Maßnahmen zu ergreifen – daher auch die Bezeichnung „Agenten“ anstelle von einfachen Chatbots.

Bildnachweis:Sesame
Diese Fähigkeit ist besonders bedeutsam, da aktuelle Interaktionen mit agentenbasierten Tools oder Apps oft präzise Eingaben und ein klares Verständnis der gewünschten Ergebnisse sowie der Ausführungsmethoden erfordern. Ein Gesprächsagent, der einen natürlichen Dialog ermöglicht, könnte die nächsten Schritte erleichtern, ohne dass der Nutzer perfekte Befehle formulieren muss.
Die iOS-App ist ab heute in 39 Ländern verfügbar, wobei das gesamte Erlebnis vorerst kostenlos angeboten wird. Bei der Anmeldung kann es jedoch zu einer kurzen Wartezeit kommen. Eine Android-Vorschau soll laut Angaben des Unternehmens in Zukunft veröffentlicht werden.
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