Arm stellt sein erstes selbst entwickeltes Chip-Design vor

Nach fast 36 Jahren, in denen das traditionsreiche Halbleiter- und Softwareunternehmen Arm Holdings seine Designs an Firmen wie Nvidia und Apple lizenziert hat, wagt es nun den Schritt in die eigene Chipfertigung.
Bei einer Veranstaltung am Dienstag in San Francisco stellte das Unternehmen die Arm AGI CPU vor, einen serienreifen Prozessor, der für Inferenz-Workloads in KI-Rechenzentren entwickelt wurde. Dieser Chip, der unter Verwendung von Arms eigener Neoverse-Familie von CPU-IP-Kernen und in Zusammenarbeit mit Meta entwickelt wurde, markiert eine bedeutende neue Richtung.
Meta ist der erste Kunde für die Arm AGI CPU, die so konzipiert ist, dass sie sich nahtlos in die Trainings- und Inferenzbeschleuniger des Technologieriesen integrieren lässt. Arm hat außerdem OpenAI, Cerebras und Cloudflare als wichtige Launch-Partner für diese Initiative gewonnen.
Arms Umstellung auf die Produktion eigener Chips wurde weithin erwartet. Laut CNBC begann die Entwicklung dieser Chips im Jahr 2023, und die Prozessoren können bereits bestellt werden.
TechCrunch hat Arm um weitere Details zur Entwicklung und zum Zeitplan für die Markteinführung des Chips gebeten.
Dieser Schritt stellt eine historische Abkehr von Arms langjährigem Geschäftsmodell dar, seine Designs ausschließlich an andere Chiphersteller zu lizenzieren. Arm, das nun mehrheitlich im Besitz der japanischen SoftBank Group ist, wird sich in direktem Wettbewerb mit vielen seiner ehemaligen Partner wiederfinden.
Besonders bemerkenswert ist die Entscheidung, den Fokus auf eine CPU statt auf eine GPU zu legen. Während GPUs aufgrund ihrer Rolle beim Training und Ausführen von KI-Modellen Schlagzeilen gemacht haben, bleiben CPUs ein entscheidender Bestandteil der Rechenzentrumsinfrastruktur.
Arm unterstreicht die Bedeutung der CPU und hebt deren Rolle bei der Verwaltung tausender verteilter Aufgaben hervor – wie Speicher- und Speicherplatzmanagement, Workload-Planung und Datenübertragung zwischen Systemen. Das Unternehmen erklärt, dass die CPU zum „Taktgeber moderner Infrastruktur“ geworden ist, der für die Aufrechterhaltung der Effizienz verteilter KI-Systeme in großem Maßstab unerlässlich ist.
Diese sich wandelnde Landschaft stellt neue Anforderungen an CPUs und erfordert laut Arm eine entsprechende Weiterentwicklung des Prozessordesigns.
Zudem werden CPUs zunehmend knapp.
Wie ursprünglich von Reuters berichtet, informierten Intel und AMD ihre Kunden in China im März darüber, dass sich die Wartezeiten für Produkte aufgrund von CPU-Engpässen verlängern würden. Diese zunehmende Knappheit hat auch begonnen, die Preise für Computer in die Höhe zu treiben.
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